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Warum selbstständig arbeiten – ein Grundsatzplädoyer

Selbstständig arbeiten ist nicht für alle Menschen der geeignete Weg. Viele sind sich unsicher und für genau euch schreibe ich diesen Blog und insbesondere diesen Beitrag.

Für meine Kunden verfasse ich ziemlich seriöse Texte, deshalb verzeiht mir, wenn ich hier umso direkter bin. Angestellt arbeiten ist, zumindest in vielen Branchen und vielen Lebenssituationen, absoluter Schwachsinn. Es gibt Ausnahmen, das möchte ich vorab ganz klar festhalten, denn es gibt Umstände, die dazu führen, dass ein Angestelltenverhältnis einfach passt – sei es, weil es in einer bestimmten, spannenden Branche fast nicht anders möglich ist (z.B. Biotechnologie) oder weil es sich um eine Übergangslösung handelt. Sehen wir uns die Sache abseits davon genauer an …

Meine persönliche Aversion gegen Anstellungsverhältnisse

Es gibt Menschen, die mit dem System des Angestellt-Arbeitens schlichtweg nicht klarkommen. Ich musste diese Erfahrung selbst machen, als ich einige Monate bei der Wiener Polizei arbeiten durfte, musste, whatever, ich war dort. Es gibt dort Menschen, die als „Boten“ arbeiten und glücklich sind Dinge zur Post und retour zu tragen. Okay. Bist du nicht auf die Sekunde pünktlich, gibt es Ärger. Die Aufbauorganisation? Keine Ahnung, die Hierarchie ist so steil, nobody knows was hier zwei Ebenen weiter oben abgeht. Kollegen Siezen einander, obwohl sie seit Jahren im selben Raum sitzen und unter 30 sind.  Es war eine Erfahrung und die Arbeit, die dort geleistet wird, ist für unsere Gesellschaft von allergrößter Bedeutung – Respekt an jeden einzelnen dort. Doch wenn ich dort etwas gelernt habe, dann, dass ich wohl kein Beamter werde. Nach ein paar Monaten im Sales war endgültig klar, Vorgesetzte sind nicht so meins.

Doch um von meiner Geschichte weg und hin zu allgemeineren Aussagen zu kommen…

Das Grundproblem des Angestelltenverhältnisses

Einen Job haben und angestellt zu sein verbinden Menschen mit Sicherheit. Ein „guter“ Job ist selbst im Jahr 2020 noch ein Job in einem Konzern, am besten in einer Bank oder einer Versicherung. Der Gipfel des Angestelltenglücks ist das Beamtentum, am liebsten mit fettem Kündigungsschutz. Ganz gierig sind viele auf diese schöne Planungssicherheit, das Eck-Büro als Belohnung nach 10 Jahren und für die ganz fleißigen gibt es dann vielleicht sogar ein Dienstauto. Beeindruckend.

Im Gegenzug erklärst du dich bereit dir jahrzehntelang diktieren zu lassen, wann du wo zu sein hast, welche Kleidung du zu tragen hast und wie du dich verhalten musst, damit dein Chef glücklich ist. Ganz ehrlich, ich will hier nicht werten und mache niemand einen Vorwurf, der sich für diesen Weg entscheidet. Aus meiner Sicht gibt es mehrere zentrale Probleme, wenn wir über Angestelltenverhältnisse nachdenken:

  1. Abhängigkeit: Viele Menschen sehen die angestellte Arbeit als „sicherer“ an. Doch faktenbasiert kann gesagt werden, dass Menschen immer öfter ihren Arbeitgeber wechseln – und zwar nicht immer freiwillig. Wenn in Konzernen nur der Headcount zählt bist du schneller eingespart als du „Kaffeepause“ sagen kannst. Die vermeintliche Sicherheit des Angestellten-Lebens ist aus meiner Sicht in de Realität Abhängigkeit.
  2. Gewohnheit stellt sich rasch ein: Zu viele Menschen arbeiten angestellt, gewöhnen sich an ein fixes Einkommen und entwickeln dadurch einen konsumorientierten Lebensstil, den es in weiterer Folge aufrecht zu erhalten gilt. Eine große Wohnung, gut Essen gehen, ein Auto und teure Urlaube. Wer sich daran gewöhnt ein gutes Gehalt schnell wieder auszugeben, tut sich schwerer damit ein Unternehmen zu gründen, das erfordern würde, auf diese Dinge erst einmal zu verzichten. Du gehörst zu dieser Gruppe? Auch für dich gibt es Hoffnung, wenngleich du in der Schiene es „Side Hustles“ vermutlich besser aufgehoben bist – dazu findest du im Blog in Kürze auch eigene Beiträge.
  3. Routine führt zu Stumpfsinn: Morning Routine mag im Trend liegen, doch angestellt arbeiten führt meinen Beobachtungen nach zu Routinen, die einfach unsinnig sind. Ein Beispiel dafür ist, dass Angestellte früher oder später beginnen z.B. schlechte Prozesse im Unternehmen einfach als gegeben hinzunehmen und sich diesen unterordnen. Wenn Kritik nicht gehört wird, schwimmt man lieber mit dem Strom. Meine Meinung? Gefährliches Verhalten.

Ich könnte diese Liste lang und breit fortführen, doch die Wahrheit ist, dass jeder für sich selbst beurteilen muss, ob das Angestellten-Leben wirklich der richtige Weg ist. Es ist für viele planbar, vermeintlich sicher und meist schlichtweg gemütliche Gewohnheit. Würdest du das so empfinden, wärst du allerdings vermutlich nicht auf diesen Blog gestoßen.

Selbstständig werden – Das Unternehmer-Mindset

Um selbstständig zu arbeiten bedarf es verschiedener Voraussetzungen. Meiner Erfahrung nach – einige Unternehmensgründungen habe ich mittlerweile ja hinter mir – sind es vor allem folgende Punkte:

  • Konsequente Umsetzung
  • Durchhaltevermögen
  • Extremer Einsatz
  • Sparsamkeit
  • Freiheitsdrang

Freiheitsdrang sehe ich als wichtigsten Punkt, denn er ist der Motor, der dich antreibt durchzuhalten, besondere Leistungen zu erbringen und dein Unternehmen aufzubauen. Zu wissen, am Ende des Tunnels bist du zeitlich, räumlich und / oder finanziell unabhängig, kann dir jede Menge Kraft und Antrieb geben.

Ziele setzen – Lebensstil anpassen

Worin die Vorteile der Selbstständigkeit liegen, ist vermutlich für jeden Menschen individuell unterschiedlich, da einfach die Prioritäten im Leben verschieden sind. Ich persönlich habe Angst, in ein Büro gehen zu müssen, in eine Bank, in der ich gemäß der Konzernrichtlinie bekleidet dich Zeiterfassungskarte zur korrekten Zeit stechen muss, dort dann moderne Fließbandarbeit am Computer machen darf oder Menschen Produkte verkaufen soll, die sie womöglich weder verstehen, noch brauchen. Nein, danke. Selbstständige arbeiten aber so viel, höhere ich oft… sogar am Wochenende arbeitest du, wann hast du Freizeit? Ich sage euch, wenn ihr ein Ziel vor Augen habt, das ihr erreichen wollt und euch die Tätigkeit, die euch zu diesem Ziel bringt, Spaß macht, werdet ihr Arbeit nicht länger als Arbeit sehen. Dadurch bist du zufriedener und motivierter.

Was brauchst du um motiviert zu selbstständig zu arbeiten?

Ein Unternehmen aufbauen ist kein Zuckerschlecken, deshalb gibt es meiner Ansicht nach ein paar Punkte, die dir helfen können, um deine Pläne zu strukturieren und deine Ziele somit schneller zu erreichen:

  • Klare Ziele definieren à Was willst du wann erreichen?
  • Klare Aussichten à Wie verändert sich dein Leben, wenn du deine Ziele erreichst?
  • Welche Maßnahmen braucht es, damit du deine Ziele erreichen kannst?
  • Welchen Plan-B gibt es, wenn etwas schiefgeht? Denn ja, Scheitern gehört dazu!

Formuliere diese Punkte für dich aus, schreib sie dir auf, verbinde sie mit messbaren Größen und konkreten Zeitangaben, denn unter Zeitdruck wirst du bessere Leistungen erbringen. Verschieben, faul sein und hinauszögern? Keine Option, wenn du selbstständig tätig bist.

Fazit: Voraussetzungen für die Unternehmensgründung

Die persönlichen Voraussetzungen, damit du erfolgreich selbstständig arbeiten kannst, sind aus meiner Sicht somit ganz klar. Du brauchst ein eindeutiges Ziel. Erreichst du dieses Ziel, so ist dir bewusst, dass sich dein Leben auf eine bestimmte Weise verändert. Du brauchst einen Plan, wie du daran arbeiten kannst, um dieses Ziel zu erreichen und du brauchst Angst vor einem anderen Zustand, die dich motiviert, antreibt und zu Höchstleistungen bringt. So vereinst du zwei Arten der Motivation, die Vorfreude auf die Zielerreichung, aber auch die Panik davor, am Bank-Schalter (nichts gegen Bänker, wirklich) zu enden.

Kombiniere diese Faktoren so, wie du für dich persönlich die größte Motivation erzielen kannst. Reduziere gleichzeitig deine Fixkosten auf ein Minimum, um dein Business auch aus finanzieller Sicht voll vorantreiben zu können oder umgekehrt einige Monate durchzustehen, in denen du wenig verdienst.

Wenn du dir diese Zukunftsvision realistisch veranschaulichst und dein Freiheitsdrang groß genug ist, bin ich sicher, dass du wie von selbst extrem motiviert sein wirst, endlich zu starten und deinen (selbstständigen) Weg zu gehen!

 

 

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