Passives Einkommen durch ETFs - ETF Investment

Passives Einkommen durch ETFs

Passives Einkommen generieren ist eines der größten Ziele von Menschen, die online arbeiten möchten. In diesem Beitrag beantworte ich daher einige Fragen: Was ist passives Einkommen? Was ist ein ETF? Wie kannst du mit ETF-Investments passiv Geld verdienen?
Wie immer gilt, hier kommt kein Bullshit auf dich zu, sondern meine bisherige Erfahrung.

Was ist passives Einkommen?

Passives Einkommen ist für viele der Gipfel der Freiheit – zumindest, wenn es in ausreichendem Ausmaß erzielt wird. Konkret bedeutet das, dass Einnahmen generiert werden, die nicht durch aktive Arbeitsleistung zustande kommen. Im weiteren Sinn zählen dazu auch Einnahmen, die zwar anfängliche Arbeit erfordern, aber dir langfristig Kapitalzufluss bringen, ohne, dass du dich weiterhin aktiv darum kümmern musst. Das klingt nicht nur gut, sondern ist es auch. Doch es gibt einige Hürden, um passive Einkommensströme aufzubauen.

Passives Einkommen – Ziele

Welches Ziel kannst du mit passivem Einkommen verfolgen? Für viele Menschen, besonders in der FIRE-Community, heißt das Ziel „finanzielle Freiheit“. Wann ist finanzielle Freiheit erreicht? Das muss jede und jeder für sich selbst beantworten. Sehr gängig ist die Auffassung, dass finanzielle Freiheit dann erreicht ist, wenn dein passives Einkommen deine Lebenskosten deckt.

Das bedeutet: auch ohne, dass du Arbeitsleistung erbringst, erzielst du passiv ausreichend viel Einkommen, um alle Fixkosten wie Miete, Lebensmittel usw. bezahlen zu können. Du musst zu diesem Zeitpunkt also nicht arbeiten, sofern du deine Fixkosten im Griff hast und dein passives Einkommen stabil ist. Außerdem sollten selbstverständlich Sonderausgaben einberechnet werden. Nachdem die wenigsten Menschen, die diesen Punkt der finanziellen Freiheit erreicht haben, tatsächlich aufhören zu arbeiten, bringt das zusätzlich aktiv generierte Einkommen einen entsprechenden finanziellen Puffer.

Beispiele für passives Einkommen

Auf passives Einkommen durch Investments werde ich in weiterer Folge noch näher eingehen. Vorab möchte ich Beispiele dafür nennen, wie passives Einkommen im weiteren Sinn erzielt werden kann, also so, dass einmal erbrachte Arbeit in Zukunft Einkommen bringt, ohne, dass du dich weiter darum kümmern brauchst.

Passives Einkommen durch Online-Produkte

In der digitalen Welt sind die Klassiker für diese Form des passiven Einkommens E-Books, Online-Kurse und Affiliate-Marketing. Wie funktioniert das? Du verfasst beispielsweise ein E-Book und verkaufst es in weiterer Folge beispielsweise über Amazon. (Anzeige) Das ist sehr einfach und schnell möglich, Amazon behält sich selbstverständlich einen bedeutsamen Anteil des Verkaufspreises ein. Doch die gute Nachricht ist, dein Buch verkauft sich womöglich auch in Jahren immer noch. Aktiv machst du zu diesem Zeitpunkt nichts mehr (du könntest selbstverständlich weiter die Werbetrommel rühren). So werden einmal verfasste E-Books zu passiven Einkommensströmen.

Exakt ident verhält es sich beim Erstellen und Verkaufen von Kursen, die du online anbieten kannst. Du bereitest alle Unterlagen entsprechend auf und verkaufst den Kurs online, Skalierung ist also unbegrenzt möglich und wenn der Kurs zeitlos ist, wird er auch wesentlich später, lang nach der Erstellung, noch Einkommen bringen.

Wenn du deinen eigenen Blog erstellst, kannst du Affiliate-Marketing betreiben. Das bedeutet, du verlinkst zum Beispiel Produkte von Amazon und erhältst, wenn jemand die verlinkte Seite aufruft und in weiterer Folge einen Kauf tätigt, eine Provision. Es muss nicht Amazon sein und es muss kein Blog sein, die Möglichkeiten sind vielfältig. Auch hier ist die Grundlage dein eigener Content, der zeitlos aufbereitet wird. Durch einmalig erbrachte Arbeit (Verfassen von Artikeln, SEO-Optimierung, etc.) bereitest du also die Grundlage, um in weiterer Folge passiv Geld zu verdienen.

Passives Einkommen durch Kapitalertrag

Passiv Geld verdienen abseits von dem Verkauf digitaler Güter ist durch Kapital möglich. Die Optionen sind dabei vielfältig, entscheidend ist, dass der Kapitalertrag dir arbeitsfreies Einkommen beschert. Nachdem die typischen Sparbuch-Zinsen de facto nichtmehr existieren, gilt es andere Möglichkeiten zu nutzen, um passives Einkommen durch Zinsen zu generieren. Der Kapitalmarkt hat zu diesem Zweck glücklicherweise bessere Optionen zu bieten.

Nun denkst du vielleicht, du hast keine Ahnung von Aktien und es ist dir zu riskant, an der Börse zu handeln. Damit bist du nicht alleine, denn gerade in Österreich legen vergleichsweise wenig Menschen ihr Geld in Aktien oder vergleichbare Finanzprodukte an. Wenn du dich mit Aktien beschäftigen möchtest und dabei wirklich real Aktien einzelner Unternehmen kaufen willst, musst du vergleichsweise viel Zeit investieren, um zu recherchieren, Unterlagen zu prüfen und ggf. auch zu planen, in welchen Szenarien du wieder verkaufst. Außerdem bringt es einigen Aufwand mit sich bei vielen verschiedenen Einzeltitel-Positionen steuerlich alles korrekt im Blick zu behalten. Dementsprechend attraktiv ist die Alternative der ETFs, die wir uns nun näher ansehen werden.

Was ist ein ETF?

Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Funds. Ein ETF ist ein Finanzprodukt, bei dem dein Kapital vereinfacht gesagt auf zahlreiche Positionen innerhalb des ETFs aufteilst. Wenn du Aktien einzelner Unternehmen kaufst, ist dein Risiko nicht besonders gut gestreut, außer du hast sehr viele verschiedene Positionen. Ein ETF hingegen beinhaltet zahlreiche Unternehmen, wodurch du in deinem Portfolio nur eine Position hast (den ETF), aber trotzdem sehr breit aufgestellt bist.

Grundsätzlich ist zwischen einem ausschüttenden und einem thesaurierenden ETF zu unterscheiden. Ausschüttend bedeutet, dass die erzielten Dividenden auf dein Broker-Konto überwiesen werden. Thesaurierende ETFs hingegen behalten die Dividenden ein und reinvestieren sie automatisch, du stockst also durch die Dividenden laufend deine Position auf. Es gibt keine sinnvolle Aussage dazu, welche Option besser ist. Bei thesaurierenden ETFs baust du dein Kapital weiter auf und brauchst dich nicht darum kümmern. Bei ausschüttenden ETFs kannst du den Dividendenertrag auch auf dein Bankkonto überweisen und anders nutzen. Wenn du ohnehin ansparen möchtest, ist ein thesaurierender ETF praktisch, wenn du hingegen den Geldfluss der Dividenden brauchst, bist du bei ausschüttenden ETFs wohl besser aufgehoben.

In welchen ETF investieren?

Es gibt unzählige ETF-Angebote und du musst die für dich passenden Anlageprodukte selbst finden. Welcher ETF für dich passt hängt ganz davon ab, an welche Unternehmen, Branchen und Weltmärkte du glaubst, welches Risiko du eingehen willst und wo dein genereller Fokus (z.B.: hohe Dividenden, etc.) liegt.

Einer der beliebtesten ETFs ist der MSCI World. Dabei handelt es sich um einen breit positionierten ETF mit derzeit 1.600 verschiedenen Aktienpositionen aus 23 verschiedenen Ländern. Damit streust du dein Risiko somit über diverse Branchen und auch räumlich bist du weniger abhängig. Wenn du hingegen daran glaubst, dass sich beispielsweise die Wirtschaft in den USA besonders gut entwickeln wird, kannst du auch in einen ETF investieren, der Unternehmen aus Amerika fokussiert oder dortige Börsenindizes abbildet. Ebenso ist es möglich in Branchen-ETFs anzulegen oder einen ETF zu wählen, in dem der Fokus auf hohe Dividenden gelegt wird.

Wie sieht ein ETF in deinem Portfolio aus? Im Prinzip wird diese Position genauso dargestellt wie Aktien. Als Beispiel füge ich hier einen Screenshot des MSCI World, erstellt in meinem Degiro-Portfolio, ein. Und ja, der Einbruch in der Corona-Krise war ordentlich, doch schaut euch an, wie schnell es danach wieder bergauf geht bereits (Stand 4.5.2020). Die Darstellungsform ist auf jeden Fall simpel.

ETF Investments MSCI World
Screenshot des MSCI World in meinem Degiro-Depot

ETFs mit hohen Dividenden

Was spricht dagegen in Unternehmen zu investieren, die hohe Dividenden zahlen? Abseits der Dividende interessiert dich schließlich auch der Basiswert deines Investments. Kritiker von hohen Dividendenausschüttungen sagen, dass die Auszahlungen nötig sind, weil das Unternehmen keine Option sieht das Kapital in das eigene Wachstum zu investieren. Das würde bedeuten, dass sich der Aktienkurs des Unternehmens selbst nicht positiv entwickeln wird, da das Unternehmen stagniert oder gar schrumpft, wenngleich es auch Gewinn erzielt, der ausgeschüttet wird. Dividendenrenditen alleine sind somit nicht aussagekräftig.

ETF-Investments: Fazit

Wenn du in ETFs investieren möchtest und damit noch keine Erfahrung hast, solltest du dein Kapital am besten aufteilen. Du kannst vergleichsweise als sicher angesehenen, breite ETFs wie den MSCI World wählen und zusätzlich andere ETF-Produkte ergänzen, etwa Emerging Markets oder einen ETF, dessen Fokus auf Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen liegt. Überlege dabei jedoch stets, welches Risiko du bereit bist einzugehen.

Beachte bei der Auswahl der ETFs unbedingt die anfallenden Kosten, denn diese sind sehr unterschiedlich. Je günstiger die laufenden Kosten, desto höher deine Rendite. Außerdem solltest du ein preiswertes Broker-Konto wählen.

Passives Einkommen durch ETFs

Wenn wir nun die beiden Themenwelten des passiven Einkommens und der ETF-Investments in Verbindung bringen zeigt sich, dass ETFs für die Generierung passiver Einkünfte durchaus geeignet sind. Die Dividendenrenditen liegen zwar im niedrigen Bereich, doch zusätzlich kann sich der Gesamtwert deines Investments im Lauf der Jahre erhöhen. Als passives Einkommen sind jedoch rein die erwirtschafteten Dividenden zu betrachten.

Innerhalb der FIRE-Bewegung („Financial Independence, Retire Early) gibt es dazu die weit verbreitete 4 Prozent Regel. Diese besagt, dass du jährlich mit deinem Kapital vier Prozent Rendite erzielen und davon leben können solltest. Mit einer Million Euro wären vier Prozent 40.000 Euro, wobei du davon entsprechende Kapitalertragssteuer zahlen musst und vom Rest deine Ausgaben bestreitest. Das geht sich mit einem normalen Lebensstil in Österreich gut aus.

Die großen, namhaften ETFs erzielen jedoch eine Dividendenrendite, die deutlich unter vier Prozent pro Jahr liegt. Trotzdem sind sie interessant, da du dein Kapital auf einfache Weise breit streuen kannst und es mit reinvestierten Dividenden dir keinerlei Arbeit bereitet. Um von passivem Kapital-Einkommen leben zu können würdest du somit äußerst viel Gesamtkapital investieren müssen. Auch wenn das für dich nach sehr ferner Zukunftsmusik klingt, solltest du dich damit beschäftigen. Schließlich kannst du bereits klein anfangen und dein Portfolio nach und nach aufbauen.

Ab wann lohnen sich Börsen-Investments?

Damit du überhaupt darüber nachdenken kannst in Aktien, ETFs oder Anleihen zu investieren, gibt es aus meiner Sicht mehrere Grundvoraussetzungen. Generell gilt, dass du nur investieren solltest, wenn du genau verstehst, was das Produkt ist, welches Risiko es birgt und wie es funktioniert. Die erste Basis ist also Fachwissen, das du dir aneignen musst.

Die zweite Voraussetzung, meiner Ansicht nach, ist, dass du nur Kapital investieren solltest, das du mehrere Jahre lang nicht brauchen wirst. Aktienkurse fallen regelmäßig, es gibt keine Gewissheit über zukünftige Entwicklungen. Nichts ist schlechter, als verkaufen zu müssen, wenn die Kurse gerade im Keller sind.

Damit sind wir auch schon bei der dritten Voraussetzung, nämlich der entsprechenden Kapitalausstattung. Investiere nie dein gesamtes Vermögen, sondern nur einen Teil, beispielsweise 25 oder 30 Prozent. Bevor du überhaupt daran denkst zu investieren, baue dir einen finanziellen Sicherheitspolster auf, der dich gut schlafen lässt. Diesen Notgroschen greifst du nicht an, er kann dich in Krisenfällen mehrere Monate versorgen, sodass deine Fixkosten gedeckt sind, wenn du z.B. deinen Job verlierst. Auch für überraschende Ausgaben, Reparaturen und Ähnliches, musst du Geld auf die Seite legen. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, beschäftigst du dich mit Investments.

In ETFs investieren beginnen

Du möchtest beginnen in ETFs zu investieren oder dir zumindest einmal einen Broker ansehen? Mein Tipp: Bei österreichischen, klassischen Banken sind Trading-Accounts meist mit hohen Spesen verbunden, es werden oft sogar laufende Kontoführungsgebühren verrechnet. Ich selbst nutze deshalb DEGIRO, einen Online-Broker, bei dem ich pro Transaktion zahle. Kosten fallen also nur an, wenn ich Aktien oder ETFs kaufe und verkaufe. Dadurch entstehen keine laufenden Fixkosten, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Wenn du dich über meinen Affiliate-Link – bitte beachte die Werbung 😉 – registrierst, erhältst du eine Gutschrift über 20 Euro Transaktionsgebühr, sofern du in den ersten drei Monaten 20 Euro für Transaktionen ausgibst. Wenn du das tust, bekomme ich dieselbe Gutschrift von DEGIRO. Guter Deal, finde ich. Hier kostenlos und unverbindlich registrieren:

DEPOT ERÖFFNEN

 

Du zahlst hohe Einkommenssteuer? Erträge aus ETFs (realisierte Gewinne und auch Dividenden, die an dich ausbezahlt werden), sind in den meisten Fällen mit der Kapitalertragssteuer von 27,5% endbesteuert!

Im meinem nächsten Beitrag erfährst du alles zum Thema ETF-Einnahmen versteuern in Österreich.

Du hast Erfahrungen mit ETF-Investments gemacht? Berichte in den Kommentaren darüber!

 

_______
Disclaimer: Ich bin weder Steuer- noch Finanzberater und veröffentliche hier nur meine eigenen Erfahrungen, nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne jegliche Empfehlung oder Garantie. Prüfe selbst, welche Produkte für dich passend sind und ziehe ggf. Experten zu Rate.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code