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Einzelunternehmer – Sozialversicherung und Einkommenssteuer berechnen

Wenn du ein Einzelunternehmen gründest, musst du dich auch mit den fällen Steuern und der Sozialversicherung beschäftigen. Welche Steuer muss bezahlt werden? Wie teuer ist die Sozialversicherung? Was ist der Grundfreibetrag für Selbstständige?

Umsatzsteuer

Wenn du dich selbstständig machst, indem du ein Einzelunternehmen anmeldest, so kannst du die Kleinunternehmerregelung nutzen. Gemäß dieser Regelung brauchst du keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Im Gegenzug kannst du dir auch keine Vorsteuer abziehen. In den meisten Situationen ist die Kleinunternehmerregelung für den Start in die Selbstständigkeit ideal, weil so schlichtweg alles etwas unkomplizierter ist. Wenn du die Umsatzgrenze von 35.000 Euro pro Jahr überschreitest, so musst du Umsatzsteuer in Rechnung stellen.

Sozialversicherung SVS bezahlen – Österreich

Die Sozialversicherung wird dann relevant, wenn du einen Jahresgewinn von mindestens ca. 4.500 Euro erzielst. Bitte checkt den genauen Freibetrag, um keine Sozialversicherung zahlen zu müssen selbst. Ich gebe bewusst keine konkrete Zahl an, da er sich immer wieder ändert.

Wird der Grenzbetrag überschritten, so werden Zahlungen an die SVS fällig. Die Berechnung ist komplex. Als grobe Faustregel um es schnell zu überschlagen gilt: 28 Prozent deines Gewinns gehen an die Sozialversicherung. Den Betrag, den du an die Sozialversicherung bezahlst, musst du nicht als Einkommen versteuern, er wirkts ich also gewinnmindernd aus.

Einkommenssteuer berechnen – Österreich

Die Einkommenssteuer wird gemäß der „normalen“ Progression ermittelt. Das heißt, die ersten 11.000 Euro pro Jahr sind steuerfrei. Damit du dein steuerpflichtiges Einkommen ermittelst, musst du eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führen. Vereinfacht gesagt trackst du, welche Beträge du einnimmst und welche unternehmensbedingten Zahlungen du hast. Die Differenz, hoffentlich eine schöne Summe, ist (ebenfalls vereinfacht gesagt) dein Gewinn. Genau genommen musst du noch Abschreibungen berücksichtigen, wenn du etwa größere Anlagen hast.

Dieser Gewinn wird um jenen Betrag reduziert, den du an die Sozialversicherung bezahlst.

Sozialversicherung SVS und Einkommenssteuer zahlen – Rechenbeispiel

Die Sozialversicherung, Umsatzsteuer und Einkommenssteuer zahlen ist als Einzelunternehmer eine lästig, aber nötige Angelegenheit. Die schlechte Nachricht: die Abgabenquote in Österreich ist unfassbar hoch. Die gute Nachricht: Sobald du die Berechnung einmal durchschaut hast, behältst du den Überblick.

Daher nun ein Fallbeispiel, um zu zeigen, wie du als Einzelunternehmerin Steuer und Sozialversicherung grob überschlagen kannst. Folgende Eckdaten: 50.000 Euro Jahresumsatz, 10.000 Euro Ausgaben, 5.000 Euro Abschreibungen. Es ergibt sich ein Jahresüberschuss von 35.000 Euro. Auf dieser Basis kannst du 28 Prozent berechnen, das sind 9.800 Euro.

Sozialversicherung freiwillig vorausbezahlen

Die Sozialversicherung schreibt dir diesen Betrag nicht sofort zur Zahlung vor, sondern erst zeitversetzt. Das verwirrt viele Selbstständige und führt manchmal sogar zu Zahlungsproblemen. Meine Vorgehensweise lautet daher: Egal was mir die SVS gerade vorschreibt zu zahlen, ich bezahle am Jahresende freiwillig den Betrag, den ich für dieses vergangene Jahr berechnet habe. Das ist mit einer einfachen Überweisung zu erledigen, es ist kein Antrag oder Ähnliches nötig.

Diese Vorgehensweise ist hinsichtlich der Cashflow-Planung nachteilig. Schließlich wird der Betrag schon früher überwiesen als nötig. Aber: Wer schon eine Abrechnung der SVS in Händen gehalten hat weiß, es ist verdammt schwierig den Überblick zu behalten. Es gibt eine Vorschreibung für die nächsten Quartale, die sich aus einer Vorauszahlung und verschiedenen Nachbemessungen für Vorjahre zusammensetzt.

Ich persönlich empfinde es als angenehmer selbst grob zu berechnen, wie viel ich für das vergangene Jahr zahlen muss und diese Zahlung im Dezember zu erledigen. Es bleibt immer noch etwas Abweichung, aber mental beruhigt es mich zu wissen, es können hier keine massiven Mehrkosten wie aus dem Nichts auftauchen.

Steuerbemessungsgrundlage berechnen

Die 9.800 Euro reduzieren die Steuerbemessungsgrundlage. Wir rechnen also 35.000 Euro – 9.800 Euro, bleiben somit noch 25.200 Euro über. Bei einem Gewinn von bis zu 30.000 Euro steht ein sogenannter Grundfreibetrag von 3.900 Euro zu. Das ist deshalb der Fall, weil Angestellte und Arbeiter ein steuerlich begünstigtes Urlaubs- und Weihnachtsgeld erhalten und Selbstständige daher auch einen ähnlichen Freibetrag bekommen sollen.

Wir haben also steuerpflichtiges Einkommen von 25.200 Euro, wobei die ersten 11.000 Euro hinsichtlich der Einkommenssteuer befreit sind und darüber hinaus der Grundfreibetrag von 3.900 Euro greift. Bleiben also 10.300 Euro, die versteuert werden müssen. Hier kommen nun die „normalen“ Prozentsätze der Einkommenssteuer zur Anwendung.

Brauchen Selbstständige einen Steuerberater?

Die Berechnung von Sozialversicherung und Steuer ist grundsätzlich nicht schwierig. Wichtig ist, dass du als Einzelunternehmer eine saubere Aufstellung deiner Einnahmen und Ausgaben führst. Einen Steuerberater würde ich trotzdem immer hinzuziehen. Wenn du deine Unterlagen gut aufbereitest, musst du seine Leistungen nur wenige Stunden pro Jahr in Anspruch nehmen. Die Kosten sind wieder steuerlich absetzbar und er kann dich vor teuren Fehlern bewahren oder dir Optimierungsoptionen aufzeigen.

Steuerberater Empfehlung

Deshalb meine Empfehlung: ein guter, zuverlässiger Steuerberater ist sein Geld wert. Versuche nicht alles selbst zu machen, gerade, wenn es am Jahresende um die Einkommenssteuererklärung geht. Gleichzeitig solltest du selbst möglichst viel Wissen rund um die Besteuerung deines Unternehmens aufbauen. So kannst du dann theoretisch alles selbst machen und verstehst die Abläufe und kannst mit dem Steuerberater gemeinsam diskutieren, wie du deine Finanzen optimieren kannst.

Steuern und Sozialversicherung in Österreich – Fazit

Die Berechnung von Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Sozialversicherung (SVS) ist grundsätzlich nicht schwierig. Wichtig ist, dass du von Beginn an alle Rechnungen strukturiert abspeicherst. Außerdem müssen die Ausgaben und Einnahmen übersichtlich dokumentiert werden. Auch wenn es lästig ist: du musst bei diesem Thema stets den vollen Überblick behalten. Bereite alle Unterlagen gut vor, informiere dich selbst intensiv und führe am Jahresende ein Gespräch mit dem Steuerberater deines Vertrauens, um Optimierungsmöglichkeiten zu finden. So gelingt es dir, möglichst wenig Zeit und Nerven für Steuern und Sozialversicherung zu verschwenden.

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